Frauen und Gruppen

    Der Erwerbslosenrat

    Der Erwerbslosenrat

    Erwerbslos

    Mit der Wortwahl "Erwerbslose" in unserem Namen dokumentieren wir unser politisches Selbstverständnis auf Basis der gesellschaftlichen Realität. Wir leben in einer marktförmigen Gesellschaft und haben nichts anderes zu verkaufen als unsere Arbeitskraft, um zu erwerben, was wir zum Leben benötigen.

    Arbeit um jeden Preis?

    Für ein halbwegs erträgliches Auskommen, müssen wir für unsere Arbeitskraft einen möglichst hohen Preis zu vernünftigen Konditionen erkämpfen. Werden Erwerbslose immer stärker drangsaliert und zur "Arbeit um jeden Preis" gezwungen, dann verschlechtern sich die Konditionen auch für alle anderen. Die Maßnahmen gegen Erwerbslose sollen also der Hebel zur Durchsetzung mieser Arbeitsbedingungen für alle sein – dagegen müssen wir gemeinsam angehen!

    Die Spaltung in "Arbeitsplatzbesitzende" und "Arbeitslose" muss beseitigt werden! Gemeinsam gegen Sozialdumping und Lohndrückerei!

    Doch dabei kann eine Kritik an der heutigen Gesellschaft nicht stehenbleiben. Sehen wir einerseits eine mediale und ideologische Verherrlichung der Erwerbsarbeit, so werden gleichzeitig gesellschaftlich notwendige Tätigkeiten abgrundtief verachtet. Heute steht jede Erwerbsarbeit, egal welche Zerstörung sie hervorruft (z.B. Rüstung), grundsätzlich außerhalb jeder Kritik – wenn sie nur Rendite für das Kapital bringt. Parallel dazu werden alle Tätigkeiten, die eine Gesellschaft erhalten (Familienarbeit, Erziehung) oder überhaupt erträglich machen (Vereine, Kultur, Gewerkschaften) entwertet, wenn – und weil – sie keinen Profit bringen.

    Die Perspektive

    auf eine solidarisch organisierte Gesellschaft, die danach fragt, wie und zu welchen Zwecken gewirtschaftet wird, darf beim unmittelbaren Kampf um verbesserte Lebensbedingungen nicht verlorengehen!

    Der Erwerbslosenrat organisiert entsprechende Beratung, Information, politische Weiterbildung und Erfahrungsaustausch zwischen Laien und Experten.

    Der Erwerbslosenrat diskutiert und erarbeitet sozialpolitische Alternativen gegen Verarmung und Ausgrenzung. Er engagiert sich besonders gegen jede Form von Arbeitsdienst.

    Deshalb beteiligen wir uns an gewerkschaftlichen Aktionen und Demonstrationen, sowie an solidarischen Bündnissen.

    Deshalb organisieren wir Protestaktionen gegen Zwangsmaßnahmen der Arbeitsverwaltung, gegen Sozialabbau und gegen sogenannte "Bildungsträger".

    Deshalb treten wir ein für eine starke Position der Erwerbslosen in den Gewerkschaften.