Rechtstipps A-Z

    Steuervergünstigungen

    Steuervergünstigungen

    Hiinter dem Begriff "Begünstigter Arbeitslohn" stehen all die Gehaltsbestandteile, die laut Einkommenssteuergesetz nicht oder mit einem geringen Pauschalsatz versteuert werden.  Auf Grund der von Jahr zu Jahr sich verändernden Steuerlage ergeben sich in diesem Feld Möglichkeiten, entweder zusätzliche Gehaltsbestandteile für die Belegschaft oder Gruppen innerhalb der Belegschaft auszuhandeln oder Ersatz für wegfallende Steuervergünstigungen zu schaffen, um das bisherige Einkommen zu sichern.

    Die hier vorgestellten Beispiel sind nicht abschließend und sollen den Blick auf weniger bekannte Möglichkeiten richten. Insbesondere gängige Steuervergünstigungen wie z.B. aus Anlaß einer betrieblichen Altersversorgung oder geldwerter Vorteil in Form eines Rabattfreibetrages werden daher hier nicht dargestellt.

    Ganz wichtig zu wissen, dass es hier nicht um die Versteuerung von Betriebsausgaben geht, sondern um Lohnersatzleistungen, die je nach geschildertem Fall lohnsteuerfrei oder lohnsteuerpflichtig sind.
     
    Aufmerksamkeiten

    Aufmerksamkeiten sind eigentlich Geschenke an den/die Arbeitnehmer/in. Auch sie sind in der Regel einkommenssteuerpflichtig, es sei denn

    • dass ein besonderer persönlicher Anlass bei dem Beschäftigten vorliegt (es kann auch ein Angehöriger sein),
    • die Grenze von 40 Euro brutto nicht überschritten wird
    • und es sich nicht um ein Geldgeschenk oder einen Gutschein über einen Geldbetrag handelt.

    Dabei gibt es keine Obergrenze für solche persönlichen Anlässe, sondern die 40 Euro-Grenze gilt je Anlass.
    Auch Getränke, die der Arbeitgeber seinen Beschäftigten kostenlos zur Verfügung stellt, fallen unter den Begriff und damit die Steuerbegünstigung der Aufmerksamkeiten.
     
    Bahncard

    Zahlt der Arbeitgeber seinen Beschäftigten die Bahncard und ergibt sich durch die Nutzung der Bahncard anläßlich von Dienstfahrten dadurch in der Gesamtsumme eine Vergünstigung der Dienstreisekosten für den Arbeitgeber, so darf der/die Beschäftigte diese Bahncard auch für seine Privatfahrten und für die Monatskarte für die tägliche Wegstrecke zum Betrieb nutzen, ohne dass eine Einkommenssteuerpflicht entsteht.
     
    Beihilfen
     
    Aus besonderem Anlass kann eine steuerfreie Beihilfe nach § 3 Nr. 11 EKStG ausgezahlt werden, die im Kalenderjahr nicht mehr als 600 Euro beträgt. Ist die Beihilfe höher, so ist nur der übersteigende Betrag steuerpflichtig. Liegt ein "besonderer Notfall" vor, so ist auch ein höherer Betrag nicht steuerpflichtig. Bei der Beurteilung eines besonderen Notfalls sind die Einkommensverhältnisse und der Familienstand zu berücksichtigen.

    Die Steuerfreiheit besteht, wenn die Unterstützung dem Anlass nach gerechtfertigt ist wie z.B. in Krankheits- und Unglücksfällen. Interessant: es muss keine wirtschaftliche Notlage der Beschäftigten vorliegen, es muss nur ein konkreter Anlass bestehen; ein Beispiel wäre neben Krankheit und Unglücksfällen auch ein Fall wie das Elbehochwasser.

    Während in Kleinstunternehmen mit weniger als 5 Beschäftigten die Auszahlung durch den Arbeitgeber direkt erfolgen kann, stellt die Finanzbehörde an größere Unternehmen Bedingungen:

    • Die Unterstützung muss von einer mit eigenen Mitteln des Arbeitgebers geschaffenen Einrichtung ausgezahlt werden, welche aber von ihm unabhhängig und mit ausreichender Selbständigkeit ausgestattet ist.
    • Die Unterstützung muss aus Beiträgen gezahlt werden, die der Arbeitgeber dem Betriebsrat oder sonstigen Vertretern der Arbeitnehmer zum Zweck der Unterstützung bedürftiger Beschäftigter überweist, ohne dass der Arbeitgeber auf die Auszahlung maßgeblichen Einfluss hat.
    • Der Arbeitgeber gewährt die Unterstützung selbst nach Anhörung des Betriebsrates oder nach einheitlichen Grundsätzen, denen der Betriebsrat zugestimmt hat (Betriebsvereinbarung).

    Betriebsfeier und Ähnliches
     
    Eine betriebliche Veranstaltung fällt nicht unter die Steuerpflicht, wenn sie

    • allen Beschäftigten offen steht,
    • die Kosten je Beschäftigten und Betriebsfeier nicht mehr als 110 Euro brutto beträgt und
    • nicht mehr als 2 Betriebsfeiern pro Kalenderjahr stattfinden.

    Auch hier gilt, dass bei Kosten von über 110 Euro je Betriebsfeier und Beschäftigten die Gesamtkosten steuerpflichtig sind. Bei drei und mehr Betriebsfeiern sind jedoch zwei Betriebsfeiern in diesem Kostenrahmen steuerfrei.
     
    Doppelte Haushaltsführung aus dienstlichem Anlass und Umzugskosten
     
    Der Arbeitgeber kann einem Beschäftigten bei einer dienstlich veranlassten doppelten Haushaltsführung die Kosten steuerfrei ersetzen, die der Beschäftigte selbst als Werbungskosten geltend machen könnte. Gleiches gilt auch für Umzugskosten.

    Kindergartenzuschuss

    Nach § 3 Ziffer 33 sind "zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbrachte Leistungen des Arbeitgebers zur Unterbringung und Betreuung von nicht schulpflichtigen Kindern der Arbeitnehmer in Kindergärten oder vergleichbaren Einrichtungen" steuerfrei. Wichtig zu wissen, dass der vom Arbeitgeber gewährte Zuschuss auch tatsächlich für diesen Zweck ausgegeben werden und bei der Überprüfung der Einkommenstsuererklärung auch nachgewiesen werden muss3.

    Kreditkarte

    Dient eine vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellte Kreditkarte der Abwicklung von dienstlich veranlassten Kosten, so darf der Beschäftigte diese Kreditkarte auch privat nutzen, soweit die dienstliche Nutzung überwiegt.
     
    PC und Telekommunikationsgeräte privat nutzen

    Gemäß § 3 Ziffer 45 EStG sind "die Vorteile des Arbeitnehmers aus der privaten Nutzung von betrieblichen Personalcomputern und Telekommunikationsgeräten" steuerfrei.  Dies gilt nicht nur für die private Nutzung in den Geschäftsräumen sondern auch außerhalb und gilt sowohl für die Nutzung des Gerätes selbst als auch die Nutzungsentgelte. Hauptsache, es handelt sich um ein Gerät des Arbeitgebers. Es gibt auch keine zu beachtende Relation zwischen betrieblicher und privater Nutzung.
     
    Sachbezüge und Warengutscheine

    Sachbezüge sind in der Regel als Lohnersatzleistung einkommenssteuerpflichtig. Es gibt jedoch eine steuerfreie Grenze von 44 Euro brutto monatlich für Sachbezüge nach § 8 Abs 2 Satz 9 EStG. Dieser Sachbezug muss dem Beschäftigten regelmäßig monatlich zukommen, darf also auch nicht auf einen Jahresbetrag hochgerechnet und einmal jährlich ausgezahlt werden.  Diese Freigrenze gilt ausdrücklich nicht für Sachbezüge, die mit dem amtlichen Sachbezugswert anzusetzen sind (Verpflegung bei Dienstreisen), bezogen auf den Nutzungswert für die private Nutzung von Dienstfahrzeugen,  Personalrabatteinkauf, zinsverbilligtes Arbeitgeberdarlehen.

    Darüberhinaus sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Dies kann z.B. in Form von Warengutscheinen geschehen. Folgende Regeln sind zu beachten:

    • Menge und Art der Ware sind auf dem Gutschein zu benennen
    • Es darf kein Geldbetrag, auch nicht in Form einer Obergrenze, aufgeführt sein.
    • Der Gutschein sollte zeitlich zugeordnet sein, es genügt das Datum der Ausgabe.
    • Die Freigrenze von 44 Euro gilt monatlich und darf je Warengutschein nicht überschritten werden.

    Steuerfreie Verpflegung
     
    In der Regel ist die Bewirtung von Beschäftigten durch den Arbeitgeber einkommenssteuerpflichtig. Es gibt jedoch interessante Ausnahmen. Eine Bewirtung ist dann nicht steuerpflichtig, wenn

    • sie während der Arbeitszeit anläßlich eines außergewöhnlichen Arbeitseinsatzes erfolgt (z.B. weil ein unerwarteter und kurzfristig abzuwickelnder Arbeitsauftrag abgearbeitet werden muß)
    • oder der günstigen Gestaltung des Arbeitsablaufs dient
    • und nicht regelmäßig stattfindet
    • und pro Arbeitnehmer nicht mehr als 40 Euro brutto kostet (wird dieser Betrag nur um einen Cent überschritten, dann ist der Gesamtbetrag einkommenssteuerpflichtig).