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    Gespräch mit Arbeitgeber

    Gespräch mit Arbeitgeber

    Sie kennen vielleicht diese Situation: Sie werden zum Vorgesetzten gerufen und wissen nicht worum es geht. Und in dem Gespräch geht es plötzlich um einen Fehler, den Sie gemacht haben (sollen) oder ihre Zukunft im Unternehmen (und ob Sie überhaupt eine haben) oder ähnliches. Sie sind völlig überrascht und fühlen sich überrumpelt.

    Für diesen Fall hier einige Verhaltensregeln:

    • Vor dem Gespräch mit dem Vorgesetzten herausfinden, worum es geht. Wenn es möglich ist, nicht alleine zu dem Gespräch gehen. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Vorgesetzte sich darum drückt, Ihnen den Anlass für das Gespräch zu benennen. Sie haben das gesetzliche Recht, zu Ihrem Gespräch mit dem Arbeitgeber ein Betriebsratsmitglied Ihres Vertrauens hinzuzuziehen.
    • Wenn das Betriebsratsmitglied Ihres Vertrauens gerade nicht anwesend ist, die Verschiebung des Gespräches verlangen, insbesondere dann, wenn außer dem angekündigten Gesprächspartner weitere Vorgesetzte anwesend sind.
    • Im Gespräch selbst in aller Ruhe die Aussagen des Arbeitgebers zur Kenntnis nehmen, ggf. handschriftlich notieren.
    • Bei Vorwürfen keinesfalls sofort verbindliche Erklärungen abgeben, auch wenn das vom Arbeitgeber verlangt wird. Auch Sie haben Rechte!
    • Sich nicht auf lange Diskussionen einlassen, sondern in aller Ruhe erklären, dass man die Einschätzung des Arbeitgebers nicht teilt.
    • Bedenkzeit verlangen! Auf keinen Fall irgendwelche Erklärungen und Schriftstücke unterzeichnen, denn diese Unterschrift können Sie nicht mehr zurückziehen. Eine Unterschrift, die jetzt unter einen Aufhebungsvertrag geleistet wird, ist bindend!
    • Beraten Sie sich anschließend mit Ihrem Betriebsrat.
    • Wenn es um die Beendigung Ihres Arbeitsverhältnisses und um arbeitsrechtliche Belange geht, vereinbaren Sie als ver.di-Mitglied sofort einen Termin mit Ihrem zuständigen Gewerkschaftssekretär.